INCLUSION RIDER
Absichtserklärung zur Förderung der Gleichstellung von Frauen in der Film- und Medienbranche

„I have two words to leave with you tonight, ladies and gentlemen: Inclusion rider.“
Frances McDormand bei der Oscar Verleihung 2018

 

Die Zahlen des Film Gender Reports 2012-2016 des Österreichischen Filminstituts sprechen eine deutliche Sprache: Frauen sind sowohl hinter als auch vor der Kamera unterrepräsentiert, ihre Projekte werden seltener und mit weniger Mitteln gefördert und ihre Arbeit ist schlechter bezahlt.

So waren in den evaluierten Filmprojekten aus dem Untersuchungszeitraum Jänner 2012 bis Dezember 2016 Filmstabstellen nur zu einem Drittel weiblich besetzt. Nur 14% aller Filme wurden von mehrheitlich weiblichen Filmteams umgesetzt. Nur jeder fünfte Kinospielfilm wurde von einer Frau inszeniert.2 Laut Auswertung waren 34% aller Stabstellen, inkl. Regie und Drehbuch, weiblich besetzt und sie erhielten aber nur 29% der Honorare.3

RUNDFILM hat sich entschlossen, die Chancengleichheit der Geschlechter als festen Bestandteil der Unternehmenskultur zu implementieren und nicht nur dabei zu helfen, ein Bewusstsein für die Situation von Frauen in der Branche zu schaffen, sondern auch Veränderung anzustoßen.

Let’s make a change!

RUNDFILM erkennt die gesellschaftliche Verpflichtung an, die Gleichstellung aller Geschlechter und Diversität in der Film- und Medienbranche zu fördern und ein ausgewogenes Verhältnis anzustreben. Das Team der RUNDFILM ist davon überzeugt, dass die gleichberechtigte Teilhabe ein entscheidender Faktor für eine gerechte und solidarische Gesellschaft und gesunde Unternehmenskultur darstellt. 

Maßnahmen

i) Maßnahmen OFF SCREEN

► RUNDFILM verpflichtet sich den Anteil von Mitarbeiterinnen in allen Organisationseinheiten, Funktionen und Tätigkeiten in denen Frauen unterrepräsentiert sind, zu erhöhen. 

► RUNDFILM verpflichtet sich für folgende Stabstellen (auch) Frauen zu interviewen, um eine größtmöglich paritätische Besetzung dieser Positionen zu erreichen: 

→ Entwicklung und Produktion: Drehbuch, Dramaturgie, Regie, Kamera, Licht, Ausstattung, Ton, Produktionsleitung, Herstellungsleitung

→ Postproduktion: Schnitt, Tonschnitt, Sounddesign, visuelle Effekte & Animation, Komposition.

Darüber hinaus verpflichtet sich RUNDFILM mit den Heads of Departments Gespräche zu führen, um das Bewusstsein für Gleichstellung und Diversität auch in ihren Teams voranzutreiben.

 

► Im Sinne der Chancengleichheit werden bei gleicher Erfüllung der geforderten Qualifikationen und künstlerischer Befähigung Frauen vorrangig aufgenommen.

RUNDFILM erkennt die gesellschaftliche Verantwortung an, die ihre Arbeit als Filmproduzent*in und Produzent*in von Bildern, die die Gesellschaft und ihre Diversität wiederspiegeln, mit sich bringt. Wir leben in einer Gemeinschaft von Menschen unterschiedlichen Geschlechts und Alters, unterschiedlicher sozialer und nationaler Herkunft sowie unterschiedlicher geistiger und körperlicher Fähigkeiten. Das Team der RUNDFILM ist davon überzeugt, dass die differenzierte Darstellung der Gesellschaft und das Sichtbarmachen ihrer ganzen Vielfalt von grundlegender Bedeutung ist, um Chancengleichheit zu ermöglichen und zu fördern.

ii) Maßnahmen ON SCREEN

► RUNDFILM verpflichtet sich, Haupt- sowie Nebenrollen jenseits von gängigen geschlechtsspezifischen Klischees und Stereotypen zu entwerfen und zu besetzen, um die Diversität der Gesellschaft widerzuspiegeln. 

 

 

► Die Produktion, Regie und/oder Casting verpflichtet sich, mindestens eine Frau für im Drehbuch nicht geschlechter-spezifizierte Nebenrollen zu casten und nach Möglichkeit zu besetzen. Zusätzlich wird vereinbart, dass auch jeweils eine Frau für eine jener Nebenrollen gecastet und nach Möglichkeit besetzt wird, die für einen Mann geschrieben wurde.

 ► RUNDFILM verpflichtet sich in Zusammenarbeit mit Regie und Casting in Einklang mit dem Drehbuch und dessen Kontext Frauen und Menschen anderer unterrepräsentierten Gruppen4 für weitere Nebenrollen und/ oder Komparserie in einer Weise auszuwählen, die den erwarteten demografischen Gegebenheiten des Films entspricht. Diese werden auf Grundlage von demografischen Daten unter Berücksichtigung historischer und örtlicher Kontexte erarbeitet.
 

► Für die Beurteilung von Filmfigurenkonstellationen nach Geschlecht wird der erweiterte Bechdel-Wallace-Test5 herangezogen. Dabei werden folgende Fragen aufgeworfen: Gibt es im Drehbuch mindestens zwei Frauen mit Namen? Führen diese einen signifikanten Dialog miteinander? Sprechen Sie über etwas anderes als über einen Mann?Um eine bessere Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wird der Test auch auf männliche Filmfiguren angewendet.

Sollte das Drehbuch und sein Kontext eine Erfüllung der Maßnahmen unter ii) ausschließen, so werden die anderen Punkte dieser Absichtserklärung in ihrer Wirksamkeit nicht berührt.

RUNDFILM verpflichtet sich die Verbesserung der ökonomischen Gleichstellung von Frauen voranzutreiben und damit zu einer Reduktion des Gender Pay Gap beizutragen. Das Team der RUNDFILM ist davon überzeugt, dass der weibliche Beitrag zum Erfolg des Unternehmens und seiner Projekte in gleicher Weise finanziell honoriert werden muss, wie der Beitrag männlicher Kollegen.

 

iii) Maßnahmen GENDER PAY GAP

► RUNDFILM verpflichtet sich, keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern bei der Bezahlung des Gehalts bei gleicher Arbeit zu machen und so zur Verringerung des Gender Pay Gaps beizutragen. 

► RUNDFILM wird seine Mitarbeiterinnen und seine Mitarbeiter darin unterstützen, die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben zu verbessern. Dazu zählt es unter anderem, Arbeitszeiten und Arbeitsorte nach Möglichkeit zu flexibilisieren, die Effizienz und Effektivität in Arbeitsprozessen zu erhöhen, sowie familienfreundliche Regelungen im Unternehmen zu implementieren. 

1 Die The Annenberg Inclusion Initiative der USC Annenberg, School of Communication und Journalism bietet forschungsbasierte Lösungen zur Bekämpfung von Ungleichheit in der Unterhaltungsbranche. Ein Ansatz ist der Inclusion Rider, ein Vertragszusatz der in Zusammenarbeit mit The Annenberg Inclusion Initiative, Cohen Milstein und Pearl Street Films entstanden ist und zum Ziel hat, Diskriminierung in der Beschäftigung vor und hinter der Kamera entgegenzuwirken. Der Inclusion Rider diente als Inspiration für diese Gleichstellungserklärung, verschiedene Maßnahmen sind daraus übernommen. Zusätzliche Informationen und Daten zu oben genannter Initiative, sowie die Vorlage zum Inclusion Rider finden sich unter:

https://annenberg.usc.edu/research/aii

2 Österreichischer Film Gender Report, S. 20-21, 

nachzulesen hier oder unter: https://equality.filminstitut.at

3 Österreichischer Film Gender Report, S. 14 

4 Als unterrepräsentierte Gruppen verstehen wir Menschen unterschiedlicher sozialer und nationaler Herkunft, unterschiedlicher Religion, Hautfarbe und Ethnie, unterschiedlicher sexueller Orientierung und Menschen mit besonderen geistigen und körperlichen Bedürfnissen.

5 Österreichischer Film Gender Report, Glossar, S. 36, Eintrag Bechdel-Wallace-Test

Code of Ethics

Das R& steht für bewegte Bilder und bewegende Geschichten. Im Einklang mit der ganzheitlichen Lebensphilosophie von CEO Lisa Scheid, ist auch unsere Unternehmenskultur von hohen Standards geprägt. Nachhaltige Wirtschaftspraxis, flache Hierarchien und ethisches Handeln sind für uns keine Buzzwords, sondern gelebter Alltag. Außerdem unterstützen wir u.a. den Inclusion Rider und den Code of Ethics des ÖFI aus vollster Überzeugung.